Wie verdienen Tankstellen Geld?

Tankstellen gibt es wie Sand am Meer, um genau zu sein sind es im gesamten Bundesgebiet aktuell 14.622 an der Zahl, mit einem kumulierten Umsatz von 8,9 Milliarden Euro pro Geschäftsjahr. Doch wie verdient eine Tankstelle eigentlich ihr Geld?
Die Treibstoffmargen sind vor allem in Ballungsräumen marginal und Autofahrer tendieren dazu, die Tankstelle mit dem niedrigsten Preis anzufahren, selbst wenn der Unterschied verschwindend klein ist. Tankstellenbetreiber sind deshalb gezwungen, entweder einen Standort in Premiumlage zu haben oder sich mit der Konkurrenz zu messen und die Preise so tief wie möglich zu halten.
Aber wieso lassen sich die Kraftstoffkonzerne dennoch auf diesen Preiskampf ein und warum fallen trotzdem Gewinne an? Die Antwort ist denkbar einfach – die Tankstellenshops. Kurz gesagt, die eigentliche Kernkompetenz der Tankstellen (nämlich Kraftstoffe zu verkaufen), ist heutzutage lediglich ein Mittel zum Zweck, um Kunden in die Geschäfte zu locken. Da beim Treibstoff kaum qualitative Unterschiede ausmachbar sind, sind vor allem zwei Faktoren für eine hohe Kundenanzahl ausschlaggebend, die Treibstoffpreise und die Lage. Wobei gilt, je besser die Zweitere, desto höher die Ersteren.
Ein Tankstellenshop in Deutschland erzielt im Durchschnitt einen Umsatz von etwas über € 911.000,- pro Jahr, das Geschäft mit den Kraftstoffen ist (vielleicht abgesehen von den lukrativen Autobahntankstellen)jedoch mehr oder weniger zu einem Nullsummenspiel verkommen.

Londons “Taxis der Zukunft”

Benzinsparen ist oft nicht nur aus finanziellen Gründen eine unumgängliche Notwendigkeit, gerade in großen Ballungsräumen führt das massive Verkehrsaufkommen immer öfter zu hohen Emissionen und laufend überschrittenen CO2-Grenzenwerten. Da die allgemeine Urbanisierung in großen Schritten voranschreitet, steigt zwangsläufig auch die Einwohnerdichte und infolgedessen die Anzahl der Fahrzeuge per capita. Dies ist auch in London seit Jahren eines der drastischsten Probleme an welchem von der Stadtführung mit Nachdruck gearbeitet wird. Nach den Boris-Bikes (ein öffentlicher Bike-Sharing-Dienst) wurde nun den berühmten Londoner Taxis, den Black Cabs, der Krieg erklärt.

Nachdem bereits vor einiger Zeit eine für 2018 geplante “Congestion-Zone” publik gemacht wurde, läuft spätestens seit dieser Ankündigung die Suche nach alternativen Fortbewegungsmitteln auf Hochtouren. Unter anderem begtroffen von einer Ausweitung und Verschärfung der CO2-Zone rund um die Londoner Innenstadt, sind auch die rund 40.000 Cabbies, die täglich unzählige Londoner und Touristen mit ihren Taxis durch das oft wechselhafte britische Wetter bringen. Da die traditionellen Londoner Cabs nicht die Normen für die neuen Regelungen erfüllen, müssen sich die Fahrer zwangsläufig über Alternativen Gedanken machen, um ihre Kunden weiterhin zwischen den zahllosen Sehenswürdigkeiten der Stadt umherführen zu können.

Der indischstämmige Unternehmer Kamal Siddiqi könnte einer der größten Profiteure der neuen Sanktionen sein, da der Brite mit seinem Unternehmen an den Stadtgrenzen Londons am Taxi der Zukunft tüftelt. Seine rund 200 Mitarbeiter arbeiten mit Hochdruck daran, ein Taxi zu bauen, welches auch nach 2018 im Stadtzentrum der britischen Hauptstadt seinen Dienst tun kann. Mit zwei jeweils 68 PS starken Elektromotoren, welche von einem Lithium-Ionen-Akku im Boden des Wagens gespeist werden, kann eine Reichweite von bis zu 80 Kilometern erreicht werden – in einer Metropolregion natürlich um einiges zu wenig. Dank eines Range-Extenders haben es die Spezialisten jedoch geschafft, die Recihweite auf über 500 Kilometer zu erhöhen.

Mit einem Kaufpreis unter 50.000 Pfund sowie Kosten von 1,50 Pfund für eine Vollladung (im Vergleich zu 50 Pfund für einmal Volltanken), ist das “Taxi der Zukunft” vor allem preislich interessant. Auch den Fahrgästen wird aufgrund der geringeren Motorgröße der zusätzliche Platz genauso zu Gute kommen wie auch das standardmäßige Panoramadach und Infotainment-System. Alles in allem auf jeden Fall eine Neuerungen die das Potenzial hat, auch über die Grenzen Englands hinaus in die großen Städte dieser Welt vorzudringen.

Autobahnrastplätze in Deutschland

Ob nun Tankstelle, Rastplatz oder Autohof, ob bewirtschaftet oder nicht – Autofahrern in Deutschland steht eine breite Auswahl an Möglichkeiten für kurze Stopps zur Verfügung. Je nachdem, welche Gründe für eine Rast bestehen, kann zwischen den diversen Angeboten gewählt werden.
Die minimalistischste Form hierbei ist sicherlich der unbewirtschaftete Parkplatz, welcher jedoch vor allem zum Füße vertreten, Nachjustierung des Navigationsgeräts, ein Telefonat oder eine schnelle Zigarette vollkommen ausreichend ist. Manche dieser Parkplätze, welche auf deutschen Autobahnen alle paar Kilometer anzutreffen sind, bieten sogar sanitäre Anlagen und/oder Automaten mit Erfrischungsgetränken.
Ein paar mehr Möglichkeiten bieten sich einem an typischen mittelgroßen Rastplätzen, welche neben einer Tankstelle oft auch kulinarische Gaumenfreuden anbieten. Hier findet sich gelegentlich auch Spielplatz, so dass auch die kleinen Reisenden ein wenig Ablenkung vom langen Fahren bekommen können.
Das größte und vielfältigste Angebot stellen die Autohöfe dar, welche zwar nicht so häufig vorzufinden sind wie kleinere Betriebe, jedoch eine riesige Palette an Möglichkeiten und Serviceleistungen bieten. Als Autohof darf sich nicht jede Einrichtung bezeichnen, es müssen besondere Voraussetzungen erfüllt werden, welche vom Gesetzgeber in den Verwaltungsvorschriften zur Straßenverkehrs-Ordnung (VwV-StVO) geregelt werden und wie folgt lauten:

  • 1. Der Autohof ist höchstens 1 km von der Anschlussstelle entfernt.
  • 2. Die Straßenverbindung ist für den Schwerverkehr baulich und unter Berücksichtigung der Anliegerinteressen Dritter geeignet.
  • 3. Der Autohof ist ganzjährig und ganztägig (24h) geöffnet.
  • 4. Es sind mindestens 50 Lkw-Stellplätze an schwach frequentierten (DTV bis 50.000 Kfz) und 100 Lkw-Stellplätze an stärker frequentierten Autobahnen vorhanden. Pkw-Stellplätze sind davon getrennt ausgewiesen.
  • 5. Tankmöglichkeit besteht rund um die Uhr; für Fahrzeugreparaturen werden wenigstens Fachwerkstätten und Servicedienste vermittelt.
  • 6. Von 11 bis 22 Uhr wird ein umfassendes Speiseangebot, außerhalb dieser Zeit werden Getränke und Imbiss angeboten.
  • 7. Sanitäre Einrichtungen sind sowohl für Behinderte als auch für die besonderen Bedürfnisse des Fahrpersonals.

Grundsätzlich sei gesagt, dass, seien es Verpflegung, Treibstoff oder andere Serviceleistungen, Preise an Autobahnen immer höher sind als abseits. Wer den Geldbeutel etwas schonen möchte, sollte eventuell darüber nachdenken, die Reise mit ein paar zusätzlichen Vorräten im Auto zu beginnen, mit vollem Tank auf die Autobahn aufzufahren und in Erwägung ziehen, vielleicht zum Tanken einen Umweg von ein paar Kilometern in Kauf zu nehmen und kurz von der Autobahn abzufahren.

Treibstoffkosten sparen durch Geo-Arbitrage

Sommerzeit ist Reisezeit – und da hierfür oft auch die finanziellen Ressourcen auf Ihre Belastbarkeit hin getestet werden, gilt es mit etwas Vorausplanung die Kosten in Zaum zu halten. Aufgrund dessen, dass sich Treibstoffpreise zu einem großen Teil aus abzuführenden Steuern zusammensetzen, können diese von Land zu Land abweichen und bieten eine willkommene Möglichkeit die Reisekasse zu entlasten. Die Unterschiede zwischen den verschiedenen Ländern Europas können hier bis zu 50 Cent pro Liter und sogar darüber hinaus betragen. Interessant ist, dass die Diskrepanzen nicht, wie vielleicht vermutet, in nördliches und südliches Europa unterteilbar sind, sondern die Länder sich geografisch unwillkürlich in ihrer Preisgestaltungabwechseln, sodass weder eine Reise nach Norden oder Süden aus preislichen Gründen klar vorzuziehen ist.

Ausgehend von einem durchschnittlichen Dieselpreis von 1,390 € pro Liter (Stand: 2.Juli 2014) in Deutschland, haben wir die Preise in den an Deutschland grenzenden Ländern sowie den beliebten Urlaubsländern Spanien, Italien, Slowenien und Kroatien unter die Lupe genommen. Die preiswertesten Regionen sind Luxemburg, Österreich und Polen, im Gegensatz zu den teuersten Ländern Norwegen und Italien. Hier nochmal alle Länder im Vergleich:

Norwegen                         1,801

Italien                                  1,674

Niederlande                      1,541

Schweiz                               1,511

Belgien                                1,470

Dänemark                          1,448

Deutschland                      1,390

Frankreich                          1,390

Slowenien                          1,365

Spanien                               1,343

Kroatien                              1,335

Tschechische Republik 1,308

Österreich                          1,290

Polen                                   1,267

Luxemburg                        1,204

 

Zusammenfassend soll dies natürlich nicht heißen, dass es strategisch besser ist den Sommerurlaub in Polen anstatt in Italien zu verbringen, soll jedoch ein kleiner Denkanstoß dazu sein, auf dem Weg gen Süden vielleicht nochmal in Österreich oder Luxemburg zum Tankstopp zu halten.

Durch Umwege bares Geld sparen?

“Selbstverständlich tanke ich an der Tankstelle mit dem billigsten Preis” denken sich viele Deutsche wenn die Tanknadel mal wieder bedrohlich nahe gen roten Bereich ausschlägt – doch ist diese auch unterm Strich die preiswerteste? Oft wird der Hin- und Rückweg zur Zapfsäule nicht oder nur unzureichend miteinkalkuliert, was im Nachhinein zu einem saftigen Minus sowie unnötigem Zeitaufwand führen kann.

Gerne werden Wochenendausflüge ins grenznahe Ausland mit einer billigen Tankfüllung verbunden. Sollte hierbei allerdings nicht die sich bietende Gelegenheit zum Familienausflug primäre Entscheidungskraft haben, wäre es ratsam vorab die Wirtschaftlichkeit des Vorhabens im Hinblick auf die Kostenersparnis an der Tankstelle zu überprüfen.

Selbst innerhalb einer Stadt oder Region rein nach dem günstigsten Preis zu entscheiden, kann sich oft als fataler Fehler herausstellen. Schon ein Umweg von einigen Kilometern kann, je nach Tankmenge, in der Endabrechnung zu einer nahezu unerheblichen Ersparnis oder im schlimmsten Fall sogar zu einer Erhöhung des Gesamtpreises führen.

Faktoren die es zu berücksichtigen gilt beginnen bei nahe liegenden Dingen wie Tankmenge, Länge des Umwegs und Differenz der jeweiligen Literpreise – allerdings spiegeln diese Variablen nur ein unvollständiges Bild wieder. Es ist zu empfehlen auch die Abnutzung des Fahrzeugs und die Instandhaltung, jeweils umgelegt auf die zusätzlich gefahrene Strecke, miteinzubeziehen. Sollten Sie zudem einer dieser Menschen sein die mit ihrer Zeit Besseres anzufangen wissen als zusätzliche Kilometer herunterzuspulen, sollten Sie auch diesen zusätzlichen Aufwand berücksichtigen  - wenn Sie jedoch ohnehin nur die sinnbefreite Nachmittagsunterhaltung auf einschlägigen Privatsendern am Tagesplan hatten, können Sie diesen Aspekt getrost unter den Tisch fallen lassen.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass sich ein Vergleich von Treibstoffanbietern empfiehlt, jedoch auch etwaige Zusatzkosten nicht außer Acht gelassen werden dürfen, da Sie sonst trotz preiswerterer Literpreise Gefahr laufen, unterm Strich draufzuzahlen.

Spritpreis-Jumping statt Dumping

Bis vor wenigen Jahren war es eigentlich jede Woche gleich, am Montag früh war es nicht ganz so preiswert, dann ging es deutlich runter in Richtung Abend. Im Laufe der Woche war der Preis mittel, zum Wochenende wurde es teurer und beruhigte sich zum Sonntagabend dann wieder.

Doch mittlerweile ist alles anders. Innerhalb eines Tages springen Literpreise um bis zu 15 Cent. Hierbei halten Sie sich nicht einmal an bestimmte Wochentage, nein, gefühlt tun sie, was sie möchten. Oft (mit betonung auf oft, nicht immer!) wird der Nachmittag preiswerter, damit es dann am Abend wieder teurer werden kann. Aber was bedeutet das für den Kunden?

Klar, in erster Linie heißt das: Augen aufhalten. Und vor allem nicht erst tanken, wenn der Tank fast leer ist. Dann ist man unflexibel und muss den Preis nehmen, der kommt. Sobald der Tank etwa zur Hälfte leer ist, ist es ratsam bei einem guten Preis nachzutanken. Dabei helfen Apps und Internetseiten, welche Benzinpreise erfassen. Hier meldet entweder die Tankstelle selbst (freiwillig) oder die Kunden die aktuellen Preise. So weiß man, ob sich ein geringfügiger Umweg in diesem Moment lohnt.

Auch hier heißt es aufpassen, große Umwege lohnen sich fast nie. Bei einem fiktiven Preisunterschied von 4 Cent und einem Tankinhalt von 50 Litern spart man 2€. Für zwei Euro kann der Durchschnittsbenziner bei einem Verbrauch von 7l zu 1,60€ gerade einmal 18km weit. Jeder Umweg wird also direkt von der Ersparnis abgezogen.

Spritsparend fahren

Neben dem Versuch immer den günstigsten Benzinpreis zu erhaschen ist ein weiterer Sparansatz sicherlich der, möglichst wenig Sprit zu verbrauchen. Kritiker schreien an dieser Stelle auf und immer wieder ist die Rede von Schleichern auf der linken Spur, ausrollen lassen, wenn die Ampel am Horizont erscheint und in den dritten Gang schalten, noch bevor man die Kreuzung ganz überquert hat.

Doch in Wahrheit beginnt Benzinsparen bei Kleinigkeiten. Neben aktuellen Modellen, die deutlich sparsamer sind spielt natürlich auch die Fahrweise eine Rolle. Was viele Leute nicht wissen ist, dass das rollenlassen mit eingelegtem Gang deutlich weniger Benzin verbraucht als wenn man auskuppelt. Genau genommen kann man, solange der Gang drin ist und der Motor durch die Drehung der Räder angetrieben wird, sogar fast gänzlich ohne Benzin zu verbrauchen fahren. Also vor der Ampel rechtzeitig rollen und durch runterschalten abbremsen ergibt durchaus Sinn. Und ehrlicherweise sollten Raser auch zugeben, dass man auf dem Weg zur roten Ampel keine Zeit verliert.

Ein weiterer interessanter Aspekt ist das Hochschalten. Gerade Männer tun sich schwer damit, einen höheren Gang zu wählen. Häufig wird mit der über die Drehzahlen zustande kommenden Motorleistung argumentiert. Doch seien wir ehrlich, wie oft muss man auf einer Landstraße, auf der nun mal nur 100 erlaubt sind, plötzlich und ruckartig beschleunigen? Auch in geschlossenen Ortschaften fährt man für gewöhnlich eine relativ konstante Geschwindigkeit. Das heißt, sollte das Beschleunigen notwendig werden kann man in aller Ruhe herunterschalten um die volle Leistung auszunutzen. Solange das jedoch nicht der Fall ist, wäre der fünfte Gang durchaus angebracht.

Doch an einem Punkt muss man den Kritiker des Spritsparens recht geben, wer den Verkehr aufhält um ein paar km/h langsamer zu fahren, damit die Tanknadel länger hält sollte über ein Fahrrad nachdenken!

Den aktuellen Benzinpreis in Erfahrung bringen

Die meisten Autofahrer handhaben das ähnlich: Man hat einen typischen Tag zum Tanken. Häufig hört man Weisheiten wie „Montagabend lohnt sich immer, da ist es am preiswertesten.“ Die andere Option sind die, die entweder so häufig tanken müssen, dass sie sowieso keine ganze Woche warten können, oder die die täglich an einer Tankstelle vorbei fahren und da eben einfach anhalten, wenn der Tank leer ist.

Doch möchte ich von zu Hause losfahren, lohnt das nur, wenn ich den Benzinpreis bereits kenne. Da gibt es drei Möglichkeiten: Die erste ist ein Bekannter, der gerade Tanken war. Sicherlich die Zuverlässigste Option, allerdings auch die unwahrscheinlichste. Dann gibt es noch das Internet. Normalerweise bietet das ja auf alles eine Antwort. In diesem Fall ist aber auch das schwierig, da entsprechende Portale auf die Meldung der Passanten angewiesen sind. Und die Aktualität dieser Informationen lässt oft zu wünschen übrig. Ein Benzinpreis vom Morgen nutzt niemandem.

Die dritte und zuverlässigste Möglichkeit ist das Telefon. Nur die wenigsten kommen auf die Idee: Doch in der Regel kann man tatsächlich einfach bei der Tankstelle anrufen und sich die aktuellen Preise durchgeben lassen!

LPG – kostengünstig oder Spaßbremse

Seit ein paar Jahren gibt es einen neuen Treibstoff auf dem Markt. LPG oder auch Autogas genannt. Hierbei handelt es sich um ein flüssiges Gas das als Abfallprodukt der Erdölförderung gewonnen wird.

Autogas im Kofferraum ©flickr.com/ The Car Spy

Autogastank im Kofferraum

Doch rund um das Autogas gibt es allerhand Gerüchte und Mythen. Klären wir zuerst ein paar Grundlegende Ding. Allem voran: Was muss umgebaut werden, wenn ich mein Auto auf Autogas fahren möchte?

Da es sich bei Flüssiggas um welches handelt, dass unter Druck getankt und gelagert wird benötigt man selbstverständlich einen zusätzlichen Drucktank. Falsch ist, dass hierfür am Benzintank gespart wird. Dieser bleibt vorhanden, wie er war. Daher wird ein LPG Auto auch gleichermaßen auf Benzin und Autogas gefahren. Zum einen, weil Autogas erst ab einer bestimmten Temperatur einsetzbar ist. Das heißt wenn ich meinen Motor im kalten Zustand starte, startet er ganz normal auf Benzin. Dann fahre ich eine Weile und bei einer eingestellten Mindesttemperatur, steigt er auf Gas um. Bei den meisten Herstellern ist die voreingestellte Mindesttemperatur 17°C, sollte aber hochgesetzt werden. Üblich sind etwa 45°C. Zwar ist es für den Fahrer preiswerter, je früher auf Autogas umgestiegen wird jedoch ist bei einer ungenügenden Temperatur kommt es zum Ruckeln und auf lange Sicht unter Umständen zu Schäden am Motor. Aber lieber gleich korrekt justieren lassen!

Außerdem kann ich als Fahrer jederzeit von Hand auf Benzin umschalten wenn ich dies wünsche. Kommen wir zu einem weiteren Mythos: Wenn ich auf Autogas fahre verliere ich Leistung!

Auch hier kann ich nur sagen, das ist weitestgehend Blödsinn. Schaue ich mir die Herstellerangaben von Autos an, die von Werk aus auf LPG fahren, dann bestätigt sich zwar dieses Bild zu einem kleinen Teil (Werksangaben Skoda Octavia 1.6 von 0-100 km/h-s auf Benzin 12,8 Sekunden auf LPG 13 Sekunden), doch nicht nur, dass diese Unterschiede minimal sind, vor allem spürbar sind sie nicht. Schaltet man während der Fahrt zwischen den Treibstoffarten hin und her, ändert sich das Fahrgefühl nicht.

Doch jetzt der wahre Mythos: Ein Autogas Auto verbraucht mehr. Hier muss ich sagen, ja das stimmt. Ein Auto verbraucht ungefähr 10% mehr Autogas als es Benzin bräuchte. Bei einem Durchschnittsverbrauch von sonst 7,2l wären das dann also etwa 8l. Aber mal ehrlich, bei einem Literpreis von derzeit (Stand: 29.06.2012) 76 Cent pro Liter ist das vielleicht zu verkraften.

Benzinpreise International

Getankt wird selbstverständlich nicht nur in Deutschland. Weltweit fahren Menschen mit ihren Autos von A nach B. Dass es den Deutschen finanziell am meisten trifft, wenn es um Benzinpreise geht ist oftmals subjektives Empfinden.

Benzinpreise.de - Tankstelle

Deutschland liegt zwar an der Spitze der Benzinpreise, dennoch folgen die anderen dicht. Da wir alle das gleiche Öl verwenden, liegt die Vermutung, dass das an der steuerlichen Belastung liegt nahe. Für wen es von der Entfernung her lohnt, der fährt ins benachbarte Ausland zum Tanken. Nach Polen, Tschechien oder Österreich. Doch wie sehen die Benzinpreise in den anderen Nachbarstaaten aus. Tanktourismus ist längst kein Fremdwort mehr und auch anfängliche Bedenken über die Qualität des Kraftstoffes im Ausland sind weitesgehend ausgeräumt. Kaum jemand weiß, was das Benzin zum Beispiel in Frankreich kostet. Hier ein kleiner Überblick über Europa:


   
Land Liter Super in € Liter Diesel in €
Dänemark 1,85 1,63
Polen 1,42 1,38
Tschech. Rep. 1,53 1,50
Österreich 1,49 1,41
Schweiz 1,59 1,58
Frankreich 1,63 1,54
Belgien 1,71 1,50
Luxemburg 1,38 1,24
Niederlande 1,82 1,48
 Deutschland 1,60 1,44

*Stand vom 21.05.2012 nach http://www.adac.de

Deutlich zu sehen ist, dass es in den meisten europäischen Ländern sehr ähnliche Benzinpreise gibt. Ausreißer nach unten sind lediglich Polen und Luxemburg. In Deutschland zahlt der Endverbrauchter circa 66 Cent Mineralölsteuer pro Liter, in Österreich etwa 48 Cent. Die Benzinpreise sind also zum größten Teil von der Mineralölsteuer beeinflusst. Dazu kommt dann auf die Gesamtsumme noch die Abgabe der Mehrwertsteuer. Hierbei wird die bereits gezahlte Mineralölsteuer noch einmal versteuert. So entsteht der deutsche Benzinpreis!